Stand: 19.09.2016

Telefunken FuG 7



Bei diesem Gerät handelt es sich um das erste 100-Kanal-Universalgerät (mobil, ortsfest, Relaisbetrieb), das den gesamten Frequenzbereich der BOS im 4-m-Band erfaßte und in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts eingesetzt wurde.

Die Sendeleistung betrug 15 Watt, der Kanalabstand 50 kHz bei einem Frequenzhub von +/- 15 kHz.

Es konnten alle 50 Unter- und die 50 Oberbandkanäle geschaltet werden. Das Gerät war voll Duplex fähig.

Das FuG 7 hatte keinen Mikrofonverstärker für ein dynamisches Mikrofon, wie später durchgängig bei den BOS-Geräten verwendet, da es mit einem Kohlemikrofon betrieben wurde. Beim FuG 7 sind für den Höreranschluß alte deutsche Brechkupplungen statt der ab dem FuG 7a verwendeten Nato-Kupplungen vorhanden.

Das FuG 7a gab es auch in einer Bundeswehrversion und verfügt über die Kanäle 100 bis 149 im Unterband (72,750 bis 75,200 MHz) und 150 bis 199 im Oberband (82,550 bis 85,000 MHz) bei einem Kanalraster von 50 Hz. Der Kanalplan ist hier zu sehen.

Als Zubehör gab es für das FuG 7 auch noch eine Morsetaste.

In dem Sonderdruck „Funksprechgerät Fu G7 – Technik und Anwendung“ aus der Telefunken Zeitung Nr. 115 von März 1957 ist die Entwicklung und der Einsatz des Gerätes sehr schön beschrieben.


Die Abbildung zeigt ein FuG 7 – allerdings in der Bundeswehrausführung mit den Kanälen 100 bis 199.

1958 wurde das Gerät in der THW-Zeitschrift wie folgt beschrieben:

Für die separate Stromversorgung des Gerätes gab es auch einen besonders gefederten Rahmen, der Schwingungen dämpfen sollte.




Hier die Abbildung mit angesetzter Morsetaste und Rover-Halterung




Das Gabelteil für das FuG 7




Hier ein kompletter Arbeitsplatz in FuKW

Hier die komplette Funk-/Draht-Vermittlung. Bei den beiden oben herausgeragenden Geräten handelt es sich um Abstrahlanzeiger.

Hier zwei Bilder des Abstrahlanzeigers.

Zu dem FuG 7 sind in verschiedenen LSHD-Stan (LuftschutzHilfsDienst – Stärke- und Ausstattungsnachweis) Hinweise enthalten. Die entsprechenden Seiten einer STAN zum FuG 7 finden sie hier. Danach handelt es sich um ein Röhrengerät mit insgesamt 22 Röhren. Es waren 10 Kanalquarze jeweils für die 10er Kanäle Frequenzen eingebaut. Das Gerät konnte 100 Kanäle schalten.

Auch gab es für dieses Gerät ein speziellen Funkprüfgerät, das Funkprüfgerät b1 ( FuPr b1 ).

Das FuG 7 wurde nachweislich 1956 beim Bundesgrenzschutz genutzt. Es verfügte über eine Ausgangsleistung von 15 Watt, einen Kanalabstand von 50 kHz und es war aufgrund der Antennenweiche nicht nur für Wechsel- sondern auch für Gegensprechen ausgerüstet. Desweiteren konnte ein Relaisbetrieb und eine Funk-Draht-Aufschaltung vorgenommen werden. (siehe hierzu auch den Artikel in Parole 6/1956)

Einen Text aus „Der Luftschutzhilfsdienst – Allgemeiner Leitfaden für Helfer – Wiesbaden 1960“, der sich u.a. mit dem FuG 7 befaßt, möchte ich hier wiedergeben:

Im 4-m-Band des UKW-Bereiches finden die Geräte Fu G 8 und Fu G 7 bzw. Fu G 7a Verwendung.


Das Fu G 7 bzw. Fu G 7a ist ein frequenzmoduliertes Sende- und Empfangsgerät für transportablen oder festen Einbau. Das Gerät hat 100 Kanäle für Wechsel- und 50 Kanäle für Gegensprechbetrieb. Die Sendeleistung beträgt 15 Watt. Es kann als Verstärker für Kommandolautsprecher verwandt werden, ferner ist der Einsatz als Relaisstelle zur Überbrückung größerer Strecken gegeben. Die Stromversorgung erfolgt entweder aus einer 12-Volt-Batterie oder aus dem Lichtnetz. Sofern das Fu G 7 bzw. Fu G 7a wie im FuKw L (UKW) des LS-Fernmeldezuges (mot.) eingebaut wird, ist eine zweite Lichtmaschine und eine zusätzliche 12-Volt-Batterie erforderlich. In Verbindung mit Feldfunkgabel und Funkvermittlung können Gespräche zwischen Fernsprechteilnehmern aus allen Fernsprechnetzen (OB/ZB) mit Teilnehmern des Funknetzes verbunden werden.“